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Jake kicherte und sagte: „Also bin ich der letzte Ausweg, wie?“
Lehl lachte nicht "uber Jakes kleinen Witz. Nat"urlich wusste Jake sehr gut, dass sein Boss nicht gerade f"ur seinen Sinn f"ur Humor bekannt war.
„Sie wissen, dass Sie das nicht sind“, sagte Lehl. „Ich will einfach keine Anf"anger schicken. Aber ich weiss auch, dass sie wom"oglich eine Pause gebrauchen k"onnten, nach dem, was gestern vorgefallen ist. Wenn das so ist, dann ist das in Ordnung. Es ist nicht gerade ein "offentlich diskutierter Fall, noch nicht zumindest. Ich kann es auch die FBI Einheit vor Ort in Memphis "ubernehmen lassen. Aber der "ortliche Sheriff ist in einer Art Panik und hat explizit die Verhaltensanalyseeinheit angefragt. Ich w"are entspannter, wenn ich w"usste, dass ich meinen besten Agenten auf den Job angesetzt habe.“
„Sie sollten mir nicht schmeicheln, Sir“, sagte Jake l"achelnd. „Sonst steigt es mir noch zu Kopf.“
Agent Lehl lachte auch jetzt nicht. Der schlaksige Mann legte seine langen Finger zu einer Raute zusammen und blickte Jake erwartungsvoll an.
„Ich mach’s“, sagte Jake schliesslich.
Lehl schien genuin erleichtert zu sein.
„Na dann ist ja gut“, sagte Lehl. „Ich bestelle ein Flugzeug, dass sie zum Dyersburg Regionalflughafen fliegen wird. Ich werde veranlassen, dass ein paar "ortliche Cops Sie dort empfangen. Soll ich Ihnen einen Partner zuteilen?“
Jake rutschte auf seinem Stuhl herum.
„Nee, diesen hier bekomme ich alleine hin“, sagte er.
Lehl gab ein leises entr"ustetes St"ohnen von sich.
Er sagte: „Agent Crivaro, wir haben doch dar"uber gesprochen.“
Lehls paternalistischer Ton am"usierte Jake, so als w"urde sein Boss ihn liebevoll ermahnen wollen.
„Ja, ich weiss“, sagte Jake. „Sie sagen immer wieder, es sei an der Zeit, dass ich lerne mit anderen klarzukommen. Aber ich bin alt und gefestigt in meinem Charakter, Sir. Wenn Sie mich mit einem Anf"anger hinschicken, werde ich den armen nur terrorisieren. Ich k"onnte ihn ganz vergraulen. Das w"urden Sie nicht wollen.“
Dann stellte sich ein ziemlich omin"oses Schweigen ein.
Ich nehme an, meine Antwort gef"allt ihm nicht, dachte Jake.
Schliesslich sagte Lehl: „Denken Sie einfach dar"uber nach, einen Partner mitzunehmen. Ich werde ihnen wegen des Fluges Bescheid geben.“
Das Gespr"ach war beendet und Jake ging wieder in sein eigenes B"uro zur"uck. Er setzte sich an seinen Schreibtisch, der mit Unterlagen "uberh"auft war, an denen er heute gearbeitet hatte. Er hatte sich mit dem „Nanny Killer“ Fall aus Maryland besch"aftigt und versucht genug Beweise zusammenzubekommen, um den Kinderm"order namens Larry Mullins zu verurteilen. Er und Riley hatten den Mann vor einigen Wochen verhaftet.
Der Prozess w"urde bald stattfinden. Obwohl Jake, Riley und das gesamte Ermittlungsteam mit fast absoluter Gewissheit wussten, dass Mullins schuldig war, machte Jake sich Sorgen, ob die Jury das auch so sehen w"urde.
Jake fragte sich, ob er Lehls Bitte vorhin h"atte ausschlagen sollen. Lehl h"atte es ihm nicht vorgehalten. Und es war nicht so, als h"atte er nicht andere wichtige Dinge zu erledigen. Ausserdem war er von den Ereignissen gestern immer noch mitgenommen.
Ich glaube, ich bin einfach ein Typ, der nicht nein sagen kann, dachte Jake.
Er fragte sich, ob er wohl s"uchtig nach der Arbeit im Aussendienst war, und nach all der Action und den Gefahren, die sie mit sich brachte.
Oder vielleicht war es etwas anderes.
In letzter Zeit hatte er das Gef"uhl, dass sein Vertrauen in seine eigenen F"ahigkeiten schwand. Seine Ungewissheit "uber den Mullins Fall verst"arkte diese Zweifel nur. Vielleicht hatte er diesen Fall angenommen, weil er einen inneren Drang versp"urte sich zu beweisen –– zu beweisen, dass er immer noch seine Arbeit machen konnte, und das nicht nur gut sondern besser, als jeder andere in der Verhaltensanalyseeinheit.
Aber was, wenn diese Zeiten vorbei sind? fragte er sich.
Er dachte an etwas, was Agent Lehl eben gesagt hatte.
„Denken Sie einfach dar"uber nach, einen Partner mitzunehmen.“
Jake vermutete, dass es guter Rat war. Der Versuch Solo zu arbeiten, w"ahrend er mit Selbstzweifeln k"ampfte, war keine gute Idee. Aber Lehl hatte ihm soeben gesagt, dass er gerade keine anderen erfahrenen Agenten zur Verf"ugung hatte. Jake hatte keine Lust irgendeinem dummen, unerfahrenen Gr"unschnabel angewandten Unterricht zu geben –– nicht, wenn wahrscheinlich ein Serienm"order auf freiem Fuss war und sich bereit machte erneut zuzuschlagen.
Nat"urlich gab es da eine junge Agentin, von der Jake nicht so dachte...
Riley Sweeney.
Seine junge Proteg'e war mehr als vielversprechend. Sie hatte jetzt schon bessere F"ahigkeiten, als viele weitaus erfahrenere Agenten, auch wenn ihre Bewertungen der Situation oft noch erratisch waren und sie ein Problem damit hatte, Befehlen zu folgen. Eines Tages, das wusste er, w"urde sie genauso gut, wenn nicht noch besser, als er selbst sein. Ihm gefiel der Gedanke, dass sie seine Arbeit weiterf"uhren w"urde, wenn er nicht mehr da war. Und es gefiel ihm, mit ihr zusammen zu arbeiten.