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Sie sagte: „Ich mache das wieder gut, versprochen.“
„Riley, darum geht es nicht. Du hast das beschlossen, ohne mit mir zu sprechen.“
Riley versp"urte einen Stich von Wut.
Werde ich Ryan jedes Mal zu Rate ziehen m"ussen, wenn ich einen neuen Fall annehme?
Aber das letzte was sie wollte, war mit ihm in diesem Moment dar"uber zu streiten. Sie hatte einfach keine Zeit daf"ur.
Sie sagte: „Es tut mir leid. Wirklich. Wir reden dar"uber, wenn ich nach Hause komme.“
„Ich m"ochte nicht, dass du fliegst“, sagte Ryan mit flehender Stimme.
„Ich muss hinfliegen“, sagte Riley. „Es ist mein Job.“
„Aber –– “
„Tsch"uss, Ryan. Ich muss den Zug erwischen. Ich liebe dich.“
Sie legte auf und sackte mit einem verzweifelten Seufzen zusammen.
Soll ich Crivaro zur"uckrufen? fragte sie sich.
Soll ich ihm sagen, ich kann den Fall doch nicht "ubernehmen?
Crivaro w"urde es sicherlich verstehen. Er hatte ihr das ja bereits so gesagt.
Doch dann sp"urte Riley eine Welle des Grolls in sich aufkommen. Ryan hatte kein Recht sie so unter Druck zu setzen, besonders nicht nach dem, was gestern passiert war. Sie hatte einen Job zu erledigen und sie konnte Ryan nicht f"ur den Rest ihres Lebens um Erlaubnis bitten, ihn zu machen.
Sie eilte ins Schlafzimmer, holte ihre Reisetasche und verliess die Wohnung, um den Zug zu bekommen.
KAPITEL F"UNF
Das Leben begann sich f"ur Riley wie ein einziger langer Flug mit Jake Crivaro anzuf"uhlen. Gerade erst gestern Abend waren sie aus New York zur"uckgeflogen. Nun waren sie erneut im FBI Jet, auf dem Weg ins westliche Tennessee.
Es ist fast so, als w"are ich gar nicht zuhause gewesen, dachte sie.
Auf eine gewisse Art und Weise w"unschte sie, dass es so gewesen w"are. Es w"are sch"on, glauben zu k"onnen, dass ihr Streit mit Ryan am Telefon heute morgen ein blosser Traum gewesen war, dass alles gut war zwischen ihnen.
Leider wusste sie, dass all das wirklich geschehen war.
Und nat"urlich ging das auch die schrecklichen Ereignisse des gestrigen Tages an.
Mein ganzes Leben f"uhlt sich gerade wie ein b"oser Traum an, dachte sie. Wie ein Albtraum von endlosen Fl"ugen, Gefahren und pl"otzlichem Tod.
Sie sch"uttelte ihre d"usteren Gedanken ab und schaute zu Crivaro. Er sass neben ihr und schaute einige handschriftliche Notizen durch, die er zum bevorstehenden Fall gemacht hatte.
Er erkl"arte: „Vor ungef"ahr einer Woche wurde eine Leiche im Wald gefunden, in der N"ahe von Brattledale in Raffel County, Kentucky. Das Opfer war ein junges M"adchen, Natalie Booker.“
„Wie wurde sie ermordet?“, fragte Riley.
„Erdrosselt“, sagte Crivaro. „Wenn es ein blosser Einzelfall in nur einem Staat gewesen w"are, w"urde es uns nichts angehen. Aber gestern kam eine weitere Leiche dazu, ein weiteres junges M"adchen namens Kimberly Dent, auch erdrosselt, wahrscheinlich vom selben M"order. Ihre Leiche befand sich am Waldrand in der N"ahe von Dalhart, Tennessee –– hinter der Staatengrenze.“
„Was es zu einem FBI Fall macht“, sagte Riley. „Wenn wir ihn "ubernehmen wollten.“
„Genau“, sagte Crivaro. “Ausserdem hat Raffel County Sheriff, Ed Quayle, ausdr"ucklich um die Hilfe der Verhaltensanalyseeinheit gebeten, also sind wir auf jeden Fall dabei.“
Crivaro schloss sein Notizbuch.
„Das ist so ziemlich alles, was ich bisher weiss“, sagte er. „Sheriff Quayle wird uns am Flughafen empfangen, ich bin mir sicher, er wird mehr haben.“
Riley nickte zustimmend und sie schwiegen eine Weile lang. W"ahrend sie dasass und aus dem Fenster starrte, begannen Rileys Gedanken sich erneut um die schreckliche Schiesserei von gestern zu drehen.
Riley h"orte wie Crivaro leise sagte: „Du siehst m"ude aus.“
Sie drehte sich zu ihm und sah, dass er sie besorgt anschaute.
„Ich nehme an, das bin ich auch irgendwie“, sagte Riley. „Ich habe gestern Nacht nicht viel geschlafen.“
„Bist du sicher, dass du es schaffst, an diesem Fall zu arbeiten?“
„Ich bin mir sicher“, sagte Riley.
Doch sie merkte, dass sie sich gar nicht so sicher war. Und sie konnte an Crivaros besorgtem Blick ablesen, dass er ihre Zweifel sp"urte.
Er sagte mit sanfter Stimme: „Es ist hart, was dir gestern wiederfahren ist.“
Riley zuckte mit den Schultern und sagte: „Ich nehme an, Sie wissen wie sich das anf"uhlt.“
„Nicht wirklich, nein.“
Riley war "uberrascht, das zu h"oren.
Hat er nie jemanden get"otet? fragte sie sich.