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Ohne ein Wort zu sagen, griff er nach ihr und riss ihr die Handtasche und das Handy aus der Hand.
Nun stieg Angst in Kimberly hoch. Die Dinge, die sie tun k"onnte, rasten durch ihren Kopf.
Um Hilfe schreien, sagte sie sich. Jemanden aufwecken.
Doch pl"otzlich wurde sie hochgehoben und gewaltsam in den Kleintransporter geworfen.
Die T"ur knallte zu und die Innenbeleuchtung erlosch.
Sie fummelte nach dem T"urgriff, doch stellte fest, dass die T"ur verschlossen war.
Endlich kam Kimberlys Stimme wieder.
„Lass mich hier raus!“, schrie sie und h"ammerte gegen die T"ur.
Dann ging die Fahrert"ur auf und der Mann kletterte hinein.
Der Kleintransporter fuhr los.
Kimberly klammerte sich am Gitter fest, das sie vom Fahrer trennte, und forderte: „Was machst du? Lass mich hier raus!“
Doch das Fahrzeug fuhr immer weiter durch die Strasse und Kimberly wusste, dass niemand in dieser verschlafenen Nachbarschaft sie h"oren konnte.
KAPITEL EINS
Als der erste Schuss fiel, reagierte Riley Sweeney schnell. Genau wie sie an der Academy gelernt hatte, ging sie direkt hinter der n"achsten Abschirmung in Deckung –– einem Honda, der vor dem Motel parkte, in dem sich zwei M"order versteckten. Sie hatte allerdings nicht das Gef"uhl, dass der kompakte Wagen ihr besonders viel Schutz bieten konnte.
Es war kalt zu dieser Jahreszeit im Norden des Bundesstaats New York, es fiel Schnee. Die Sichtverh"altnisse waren "uberhaupt nicht gut. Das hier war Rileys erster bewaffneter Konflikt und sie war sich nicht sicher, dass sie ihn "uberhaupt "uberleben w"urde.
Sie sah durch das Wirbeln der Schneeflocken, dass Spezialagent Jake Crivaro viel sicherer hinter einem massiven SUV Zuflucht genommen hatte. Crivaro, ihr Partner und Mentor, schaute besorgt aus, als er sich nach ihr umsah. Riley w"unschte, dass sie ihm signalisieren k"onnte, dass alles ok sein w"urde. Wie auch die sechs Polizisten vor Ort, die soeben mit ihnen anger"uckt waren, trugen Riley und Crivaro Schutzwesten. Doch Riley wusste, dass sie nicht zu viel von ihrer schusssicheren Weste erwarten durfte. Ein gezielter Schuss in den Kopf –– selbst ein versehentlicher Schuss –– k"onnte t"odlich sein. Crivaro hielt einen Lautsprecher an seinen Mund und rief hinein: „Hier spricht Spezialagent Jake Crivaro vom FBI. Ich bin hier mit meiner Partnerin und den lokalen Justizvollstreckungsbeamten. Wir haben euch umzingelt. Es gibt kein Entkommen. Kommt mit erhobenen H"anden raus.“
Es folgte keine Antwort aus dem Motelzimmer, in dem die beiden M"order sich verschanzt hatten. Stattdessen h"orte man nur das gespenstische Pfeifen des Windes.
Riley lugte vorsichtig hinter dem kleinen Auto hervor und versuchte das Motelzimmer zu identifizieren. In genau diesem Moment h"orte man ein lautes Knacken zusammen mit einem schrillen, eindringlichen Ger"ausch –– etwas zwischen einem Pfeifen und einem Summen.
Eine Kugel war direkt an ihr vorbeigeflogen. Riley zog ihren Kopf zur"uck aus der Sichtlinie. Sie japste, als sie begriff: Gerade hat jemand zum ersten Mal auf mich geschossen.
Sie hatte viel mit echter Munition trainiert, doch nichts davon war jemals auf sie pers"onlich abgefeuert worden.
Genau wie Crivaro und die Polizisten es getan hatten, hatte sie bereits ihre Waffe gezogen –– eine .40 Kaliber semiautomatische Glock.
Sie f"uhlte sich ungeschickt mit der Waffe in ihren H"anden.
Sie dachte sich, dass sie froh sein sollte, dass sie vor Kurzem auf eine machtvollere Waffe umgestiegen war, als die .22 Kaliber Pistole, die sie zusammen mit ihrer FBI Dienstmarke bekommen hatte. Doch diese hier war weniger vertraut und sie wusste noch nicht, was sie mit ihr alles w"urde tun m"ussen.
Sie wusste, dass sie jetzt nicht zur"uckschiessen durfte –– wie scheinbar alle anderen im Team auch. Sie wollten alles in ihrer Macht tun, um diese Situation ohne unn"otigen Waffeneinsatz zu beenden.
Sie vermutete, dass einige der Polizisten, die sich in der N"ahe aufhielten, sich genauso wie sie f"uhlten. Einige von ihnen waren vielleicht genauso frisch dabei, wie sie es war. Seitdem sie letztes Jahr ihre Ausbildung beim FBI abgeschlossen hatte, hatte Riley sich gefragt, wie sie sich f"uhlen w"urde, wenn sie zum ersten Mal in einer derartigen Situation sein w"urde.
Und jetzt, wo sie mitten drin war, wusste sie es immer noch nicht.
Einer Sache war sie sich sicher –– sie hatte kein Gef"uhl von Panik. Tats"achlich hatte sie "uberhaupt keine Angst. Es war eher so, als st"unde sie neben sich und w"urde von der Seite betrachten, was gerade passierte, wie eine Art emotionsloser Beobachter. Die Situation erschien ihr absolut surreal, fast traumartig. Doch sie wusste, dass ihr gesamter K"orper von Adrenalin durchstr"omt war, und dass sie bei klarem Verstand bleiben musste.